Meine besten Tipps gegen Unkraut

In meiner Facebookgruppe haben wir letzte Woche viel über das Thema Unkraut diskutiert, denn das hat im Moment in vielen Gärten Hochsaison und ist natürlich Jahr für Jahr ein Dauerbrenner.

Deshalb habe ich heute ein paar Tipps für Sie, wie Sie das Unkraut in Ihrem Garten minimieren können.

Ich persönlich ziehe ja ganz viel Energie aus dieser Gartenarbeit. Wenn ich zupfe und schneide vergesse ich alle Termine, die Arbeit und bin nur im hier und jetzt, freu mich an den Bienen, an den Vögeln und genieße einfach meinen Garten. Aber nicht für Jeden ist Gartenarbeit das neue Yoga ;-). Deshalb habe ich heute ein paar Tipps für Sie, wie Sie das Unkraut zumindest in Schach halten können.

Damit das klappt, müssen wir schon vor der Pflanzung richtig planen.

Wenn Sie gemischte Staudenbeete haben, ist es wichtig denn Charakter der einzelnen Stauden zu kennen. Das ist wie im echten Leben, es gibt die Typen, die ständig nach vorne drängeln und es gibt die Mauerblümchen, die in der letzten Reihe sitzen und immer wieder ermuntert werden müssen….Deshalb sollte in einem gut geplanten Staudenbeet keine „Rampensau“ neben einem „Mauerblümchen“ sitzen. Das A und O ist also, die richtigen Pflanzen an den richtigen Standort zu setzen und darauf zu achten, dass sich die Stauden nicht gegenseitig bedrängen.

Haben Sie die richtigen Pflanzen gewählt, gibt es folgende Möglichkeiten, die Fläche pflegeleicht zu halten:

 

Bei Unkraut im Beet:

  • Den Boden vor der Pflanzung vorbereiten. D.h. darauf achten, dass er möglichst unkrautfrei ist. Ganz wird er es sicher nie sein. Aber versuchen Sie so viel Unkräuter und Wurzeln aus dem Boden zu entfernen wie es geht. Denn so gut wie jetzt lässt sich der Boden nie mehr bearbeiten

 

  • Dicht bepflanzen. Da wiederhole ich mich, ich weiß. Aber das ist wirklich ganz wichtig. Pflanzen Sie von Anfang an so dicht, dass die Beete schnell zuwachsen. So wird das Unkraut ganz natürlich verdrängt.

 

  • Mulchen Sie die Beete. Auch das ist eine Möglichkeit. Allerdings nicht immer die pflegeleichteste. Denn in der Mulchschicht finden sich schnell Blätter und Pflanzenreste ein, die Sie dann einzeln herauspicken müssen. Geeignete Mulchmaterialien sind z.B.: Lavasplitt oder Lavagrus. Sie können hier zwischen verschiedenen Farben und Größen wählen, so dass sich die Fläche optisch sehr gut in den Garten einfügt. Wenn Sie allerdings kleine Kinder haben, denken Sie daran dass die Steinchen schnell verschluckt werden können. Lavasplitt eignet sich für Stauden- und Gräserbeete und für mediterrane Beete im Garten. Rindenmulch verwenden Sie bitte nur unter Gehölzen und für Wege durch den Garten. Stauden leiden zu sehr unter der Säure des Materials. Auch Rasenschnitt kann als Mulchmaterial verwendet werden, allerdings sieht der natürlich nicht so schön aus und ist eher für den Nutzgarten geeignet. Unter Rosen können Sie Kompost als Mulchschicht ausbringen.

 

  • Verwenden Sie einen Bodendecker, der die Fläche richtig zumacht. Bodendecker ist übrigens ein Wort das ich im Kundengespräch gerne vermeide. Denn die meisten Menschen assoziieren damit irgendwelche Friedhofspflanzen. Die gute Nachricht ist: Bodendecker gibt es auch in schön J. Mit Bodendecker ist gemeint, dass sich die Pflanzen flächig ausbreiten und dann kein Unkraut mehr durchlassen. Für ein Staudenbeet eignen sich dabei Pflanzen die eher niedrig sind, um die höheren Stauden nicht zu bedrängen. Für ein sonniges Beet sind z.B. diese Pflanzen geeignet:

 

  • Blutstorchschnabel (Geranium sanguineum),
  • Bergenie (Bergenia cordifolia), immergrün
  • Thymian (Thymus serpyllum), winter- bis immergrün
  • Ziest (Stachys byzantina), wintergrün
  • Bodendeckerrosen (The Fairy, Snowfield)
  • Blauschwingel (Festuca cinerea), ist immergrün, mag keine Nässe im Winter

Für schattige Standorte:

  • Elfenblume (Epimedium pinnatum ssp. Colchicum), wintergrün
  • Balkan-Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides ssp. Robbiae), wintergrün
  • Zottiges Silberglöckchen (Heuchera villosa var. Macrorrhizza), wintergrün
  • Schnee-Marbel, Weiße Hainsimse (Luzula nivea), immergrün
  • Großes Immergrün (Vinca major), immergrün
  • Kleines Immergrün (Vinca minor), immergrün

Übrigens, immergrün bedeutet die Pflanze bleibt immer grün. Wintergrün bedeutet, sie behält ihre Blätter über den Winter und verliert sie erst wenn die neuen wieder austreiben.

Wer es ganz eilig hat, der kann sich mit sogenannten Helix Matten helfen. Das sind vorgepflanzte Matten, mit denen man quasi fix und fertig ein Beet mit Bodendeckern kaufen kann. Damit lassen sich auch Hanggrundstücke sofort bepflanzen. Allerdings sind die Matten für den Hausgarten nur bedingt geeignet, da sie eine Größe von ca. 1 Meter mal 1 Meter haben. Und natürlich haben sie ihren Preis.

  • Unter Holzterrassen und Schotterflächen wie z.B. Wegen können Sie gut mit Unkrautvliesen arbeiten. Die werden unter dem Deckbelag verlegt und das Unkraut kommt zumindest wesentlich weniger durch. Wobei Schachtelhalme und andere widerstandsfähige Unkräuter durchaus auch ein Unkrautvlies überwinden können.

 

  • Bei den „schlimmsten“ Unkräutern sollten Sie wirklich von vorneherein darauf achten, dass sie sich nicht ausbreiten. Dazu gehört mit Sicherheit der Giersch, das Scharbockskraut, die Vogelmiere und (obwohl sehr schön) das Weidenröschen. In allen Fällen hilft leider nur das regelmäßige Ausgraben, natürlich am besten mit der Wurzel. Bei Giersch und Scharbockskraut ist das allerdings kaum möglich, weil die Pflanzen viele Ausläufer bilden. Aber auch das regelmäßige Abzupfen der oberirdischen Blätter drängt die Pflanze allmählich zurück. Sollten Sie mit dem Jäten mal etwas im Verzug sein, achten Sie zumindest darauf, dass sich die Pflanze nicht noch mehr aussät. Schneiden Sie die Blüten deshalb unbedingt ab! Die meisten Samen sind übrigens schon lange im Gartenboden vorhanden, ganz verhindern lässt sich das Unkraut deshalb kaum.

 

  • Natürlich gibt es auch chemische Hilfsmittel. Ich halte von deren Einsatz allerdings nichts, da sie Glyphosat enthalten und ich keine Notwendigkeit sehe ein solches Mittel in einem Privatgarten anzuwenden. Vielmehr sollten wir eben in die richtige Planung investieren, denn wie oben beschrieben: bei den richtigen Pflanzen am richtigen Standort ist das Unkrautproblem tatsächlich überschaubar.

 

 Unkraut im Rasen:

 

Unkraut im Rasen ist aus meiner Sicht ein viel größeres Problem als Unkraut im Beet. Einfach deshalb, weil es sehr viel mühsamer ist, Unkraut aus einem Rasen zu jäten und außerdem die Hilfsmittel wie Mulchen und Bodendecker wegfallen. Denn eigentlich ist der Rasen selbst ein Bodendecker. Nur eben ein komplizierter ;-)

Das sind meine Tipps für einen möglichst unkrautfreien Rasen:

 

  • Zuerst einmal sollten Sie sich überlegen, wie wichtig Ihnen ein „englischer Rasen“ ist. Wenn Sie wirklich einen perfekten Rasen wünschen, dann müssen Sie entweder viel Zeit investieren, oder von vorneherein einen Rollrasen anlegen. Rollrasen ist ein Fertigrasen, der quasi wie ein Teppich im Garten verlegt wird. Damit hat das Unkraut kaum eine Chance, denn der Rasen ist von Anfang an dicht bepflanzt. Unkräuter haben schlicht keinen Platz sich breit zu machen. Gegenüber einem angesäten Rasen hat ein Rollrasen aber natürlich auch seinen Preis. Dafür ist er sofort grün.

 

  • Je öfter sie mähen, umso mehr regen Sie das Wachstum des Rasens an und unterdrücken das Wachstum von Unkraut. Ein Rasenroboter hilft deshalb sehr den Rasen möglichst Unkrautfrei zu halten. Am besten sollte er täglich mähen.

 

  • Wollen Sie den Rasen einsäen, ist die Erde ausschlaggebend für den Erfolg. Einen möglichst perfekten Rasen erzielen Sie mit einem speziellen Rasensubstrat, das optimal auf die Rasenbedürfnisse zugeschnitten ist.

 

  • Rasen sollte regelmäßig gedüngt werden, am besten mit einem speziellen Rasendünger und mindestens 2x im Jahr (Frühjahr und Herbst). Leider gibt es auch einige Unkräuter, wie z.B. Löwenzahn, Spitzwegerich oder Fünffingerkraut die einen gut gedüngten Boden geradezu lieben. Auch hier gilt: ausstechen oder damit leben.

 

  • Wässern und vertikutieren ist bei Rasen leider notwendig, um ihn schön dicht zu halten.

 

Fazit:

  • Ein Garten ganz ohne Unkraut ist kaum möglich. Aber in Schach halten lässt es sich auf jeden Fall

 

  • Das Wichtigste ist, die richtigen Pflanzen an den richtigen Ort zu setzen und den Garten damit von Anfang an so unkrautfrei wie möglich zu gestalten.

 

  • Legen Sie den Garten so an, dass er zu Ihnen zu Ihrem Lifestyle passt. Wenn Sie nicht viel Zeit mit Gartenarbeit verbringen möchten, dann sollte Ihr Garten unbedingt sehr pflegeleicht sein. Denn Sie kennen ja mein Motto: Das Wichtigste im Garten sind die Menschen, die in ihm wohnen. Ein Garten sollte Freude bereiten und nicht in Stress ausarten!

 

Und wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihren Garten so anlegen können, dass er 100% zu Ihnen passt, dann ist mein Online Kurs „In fünf Wochen zum Traumgartenplan“ vielleicht genau das Richtige für Sie.

Ab dem 15. September zeige ich Ihnen wieder fünf Wochen lang, Schritt für Schritt wie Sie Ihren Traumgarten planen.

Gemeinsam schauen wir, wie Sie die richtigen Ideen für Ihren Garten finden. Was die richtige Gestaltung für Ihr Grundstück ist. Und wie Sie Ihre Träume, Ideen und Wünsche in einen echten Gartenplan umwandeln. Ich freue mich riesig auf den 15. September, denn es ist einfach genial aus einem durchschnittlichen Grün so einen richtigen Traumgarten zu machen :-)

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Bis bald,

Ihre Lilli Straub

 



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