Ist ihr Buchs noch zu retten? Oder warum das Staubsaugen im Garten eine gute Idee ist.

Buchsbaumzünsler

Falls Sie Ihre Nachbarn in nächster Zeit den Garten staubsaugen sehen, dann wundern Sie sich nicht. Es gibt zwei ganz natürliche Erklärungen:

Entweder der Nachbar hat eine Persönlichkeit, die nicht ganz der Norm entspricht. Oder er hat den Buchsbaumzünsler im Garten und ist ein Mensch, der an Umwelt und Natur denkt.

Was ist der Buchsbaumzünsler, was hat das mit staubsaugen zu tun und warum soll der Buchs nicht mehr zu retten sein?

Was sich etwas wirr liest, hat eine ganz einfache und für viele frustrierende Erklärung:

Der Buchsbaum ist in Deutschland extrem gefährdet und es gibt drei Hauptursachen dafür:

  1. Der Buchsbaumzünsler, Raupe
  2. Der Buchsbaumpilz Volutella buxi
  3. Der Buchsbaumpilz Cylindrocladium buxicola

Was diese Krankheiten genau sind, und was Sie dagegen tun können, zeige ich Ihnen in diesem Artikel:

 

Der Buchsbaumzünsler

Der Buchsbaumzünsler ist eine Raupe, kommt aus Ostasien und macht sich seit ein paar Jahren erst über den Buchsbestand hierzulande mit viel Appetit her. Er frisst den Buchs kahl, bevor er zu einem (wunderschönen) Schmetterling wird. Die Weibchen legen dann Eier ab und das Ganze geht von vorne los. Der Zünsler hat keine Nachwuchsprobleme und so wächst im Sommerhalbjahr alle zwei Monate eine neue Zünsler Generation heran. Der Buchsbaum ist ein sehr schnittverträgliches Gehölz, deshalb bringt ihn der Zünsler nicht um. Trotzdem können die meisten auf einen kahlgefressenen Strauch verzichten.

Buchszünsler

Vorbeugen:

Vorbeugen ist eigentlich nicht möglich. Regelmäßige Kontrolle, ob der Buchs befallen ist,  ist ab März wichtig.

Behandlung:

Es gibt im Handel mehrere Mittel, die gegen den Zünsler gespritzt werden können:

Chemische Insektizide: Thiacloprid und Acetamiprid

Biologische Insektizide: Bacillus thuringiensis und Azadirachtin

Auf diese Methoden werde ich nicht näher eingehen, da sie meinem Verständnis für Garten und Natur nicht entsprechen. Zwar zeigen sie eine sehr gute Wirkung. Allerdings ist der Zünsler ein Falter. Und die genannten Substanzen unterscheiden nicht, um welche Art der Falter es sich handelt. Wer gegen einen Falter spritzt, spritzt auch gegen andere Falter. Da der Bestand der Schmetterlinge sinkt, ist das Spritzen für mich keine Option.

Deshalb bleibt nur das Absammeln. Die beste und gleichzeitig mühsamste Art ist das Absammeln von Hand. Eine andere Möglichkeit ist das Staubsaugen. Allerdings werden da einige Raupen übersehen, da sie sich weit in den Buchs hineinspinnen und gut versteckt sind. Das Absammeln muss regelmäßig stattfinden und die Raupen müssen über den Hausmüll entsorgt werden.

Wer da die Freude an seinem Buchs verliert, den kann ich gut verstehen. Deshalb kann ich Ihnen auch nur abraten, sich aktuell einen Buchsbaum zuzulegen.

Denn der Zünsler ist nicht das eigentliche Problem vom Buchs. Das eigentliche Problem sind Pilze (Triebsterben).

Während es gegen den Buchsbaumzünsler durchaus Maßnahmen gibt, die Wirkung zeigen, gibt es gegen die Buchsbaumpilz Erkrankungen keine wirksamen Mittel oder Maßnahmen, ganz egal was Hersteller chemischer Substanzen erzählen.

Die Symptome sind braun werdende Blätter, absterbende Zweige, weißer Sporenbelag auf der Blattunterseite, welk werdende Blätter.

buxbaumsterben

Vorbeugen:

Verhindern können Sie diese Krankheiten nicht. Aber es gibt einige Dinge, auf die Sie achten sollten:

 

  • Schneiden Sie den Buchs nur einmal im Jahr, an einem trockenen Tag

 

  • Desinfizieren Sie Ihre Schere nach dem Schneiden mit Spiritus, bevor Sie den nächsten Buchsbaum schneiden

 

  • Achten Sie darauf, dass der Buchs nicht zu trocken steht und keine Staunässe hat.

 

  • Kontrollieren Sie vor einem Kauf die Pflanze genau auf braun verfärbte Blattflecken etc.

 

  • Gießen Sie den Buchs einmal wöchentlich mit einem biologischen Pflanzenstärkungsmittel.

 

  • Wer geruchsunempfindlich ist, kann es auch mit einem Knoblauchtee versuchen. Der Knoblauch wird mit kochendem Wasser übergossen und nach einem Tag abgeseiht. Der Tee wird über die Pflanzen gegossen. Dann allerdings vertreibt der Geruch nicht nur den Pilz aus dem Garten…..Meins ist es nicht ;-)

 

Behandeln:

 

Die Pilzkrankheiten sind schwer auseinander zu halten. Aber das ist ehrlich gesagt auch nicht sehr wichtig, denn sie können nur eins zu tun: bei geringem Befall abschneiden und die Zweige mit dem Hausmüll entsorgen. Heruntergefallene Blätter müssen ebenfalls entsorgt werden. Auch die oberste Bodenschicht sollten Sie entfernen, da sich der Pilz über Jahre dort halten kann. Dann den Buchs mit einem Pflanzenstärkungsmittel versuchen aufzupäppeln.

Sollte der Befall schon fortgeschritten sein, hilft leider nur eins: entsorgen! Das tut weh, zumal der Buchs zu den teuren Pflanzen zählt. Aber alle Mittel haben sich gegen die Pilzkrankheiten leider als wirkungslos erwiesen.

Es gibt einige Berichte, dass einzelne Sorten z.B. „blauer Heinz“ vom Pilz verschont bleiben. Aber wirklich überzeugend sind die auch nicht, da nach anderen Berichten gerade diese wieder befallen werden. Es scheint also von Standort, und Pflanze stark abhängig zu sein.

Aber für Sie als Hausgartenbesitzer ist das keine wirklich gute Lösung. Ein Hausgarten soll Freude machen und keine Feldstudie mit ungewissem Ausgang sein.

Deshalb rate ich Ihnen von einer Neupflanzung mit Buchs ab. Eine Buchspflanze ist im Vergleich zu anderen Pflanzen eine große Investition, deshalb sollten Sie daran lange Freude haben.

Falls Sie übrigens ein Sonderangebot entdecken, dann lassen Sie erst recht die Finger davon. Denn oft schleppen gerade die die Krankheit in den Garten.

Greifen Sie lieber auf eine Ersatzpflanze zurück, die sich ebenso gut schneiden lässt wie der Buchs.

Buchsersatzpflanzen:

 

Ilex crenata – japanische Stechpalme

Für mich die schönste Ersatzpflanze, sie kommt dem Buchs am nächsten. Ilex crenata ist immergrün, absolut schnittverträglich und Sie werden nicht mal sehen, dass es sich dabei nicht um einen Buchs handelt. Der Ilex ist winterhart und ist in Deutschland gut wüchsig. Nur im Lehmboden fühlt er sich nicht richtig wohl. Er eignet sich perfekt für den Formschnitt.

Ilex ist giftig, wird aber als gering giftig eingestuft und darf nicht mit dem Stechapfel verwechselt werden, der sehr giftig ist.

Taxus  – Eibe

Die Eibe ist eine kompaktwachsende Pflanze, die wie der Buchs jeden Schnitt verträgt. Da sie immergrün ist, ist sie ein guter Ersatz für Buchs. Allerdings wirkt sie mit ihren dunklen Nadeln etwas strenger als Buchs und bringt in geschnittener Form eine etwas harte Atmosphäre in den Garten. Die Eibe ist perfekt für den Formschnitt. Auch die Eibe ist giftig.

Lonicera nitida Maigrün – Heckenkirsche

Heckenkirsche Maigrün ist ebenfalls sehr schnittverträglich, allerdings ist sie nicht immergrün sondern wintergrün. Das heißt, sie verliert in kalten Wintern ein Teil ihrer Blätter. Lonicera kann in Form geschnitten werden. Auch Lonicera ist giftig.

Berberis buxifolia ‚Nana‘ – Polsterberberitze

Die Polsterberberitze ist immergrün, gut schnittverträglich und relativ anspruchslos. Sie blüht im Mai-Juni orange-gelb. Die Berberitze hat Dornen. Für einen Formschnitt eignet sie sich nur bedingt.

Fazit:

Der Buchsbaum ist durch den Zünsler gefährdet, aber durch regelmäßiges Absammeln kann die Pflanze erhalten werden.

Gegen die Pilzkrankheiten gibt es kein wirksames Mittel.

Der Buchs kann nicht wirklich ersetzt werden, aber eine Neupflanzung macht keinen Sinn. Hier sollten Sie sich nach einer Buchsbaumersatzpflanzung umschauen. Der Buchs kann sicher nicht gleichwertig ersetzt werden, aber es gibt Alternativen.

Ich hoffe diese Tipps waren für Sie hilfreich! Fest steht, man kann auch ohne Buchs einen Traumgarten haben!

Bis bald,

Ihre Lilli Straub

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