Den Garten winterfest machen?

Gehören Sie auch zu den Menschen, die ihren Garten „winterfest“ machen? Zum Winterfest machen gehört z.B., dass alle Stauden und Gehölze abgeschnitten werden. Und dass alle Blätter aus dem Garten gefegt werden, als gäbe es den Preis für den saubersten Garten zu gewinnen.

Ich bin heute ein bisschen frech, ich weiß. Tatsächlich finde ich es aber sehr schade, wenn der Garten im Winter ausgefegt wird und gar nicht mehr beachtet wird. Denn der Garten hat auch im Winter seine faszinierende Seite. Es gibt auch in unseren Breiten Pflanzen, die gerade im Winter besonders schön sind und uns in den Garten locken.

Der Winter hat nicht die knalligen Farben des Frühlings und die überbordenden Blütenpracht des Sommers. Der Winter hat seine eigene Faszination, die wir vielleicht erst auf den zweiten Blick erkennen.

Im Winter bringen Früchte, Blüten und die farbige Rinde mancher Sträucher Abwechslung in den Garten. Die tiefer stehende Wintersonne lässt die Pflanzen dann ganz besonders strahlen. Wenn die schräge Sonne durch die Gräser und Blütenstände leuchtet, wird uns bewusst, welche Kunstwerke die Natur da geschaffen hat. Ein Grund mehr, den Garten auch im Winter zu genießen.

Deshalb stelle ich Ihnen heute ein paar meiner liebsten Winterpflanzen vor.

 

 

 

Pflanzen mit Früchten und Fruchtständen

Das sind zum einen natürlich die Gräser. Das Lampenputzergras (Pennisetum), das Reitgras (Calamagrostis) und der Chinaschilf (Miscanthus) gehören zu meinen liebsten Wintergräsern. Sie bringen viel Dynamik in den Garten, wenn sie sich im Wind bewegen. Binden Sie sie deshalb bitte nicht zusammen! Das ist überhaupt nicht nötig, die Gräser sind auch im Winter absolut standfest.

Lampenputzergras

Es ist faszinierend, wie sich die Blütenstände des Chinaschilfs Morning light im Laufe des Tages ändern: Morgens sind die nassen Blütenstände zusammengerollt, im Laufe des Tages öffnen sie sich und wehen als weiße Fahnen im Wind. Ein faszinierendes Schauspiel!

Die Wildrosen mit ihren vielen Hagebutten sind auch im Winter ein wunderschöner Hingucker. Und auch Zieräpfel bieten im Winter ein tolles Bild mit ihren Früchten. Der Zierapfel ‚Evereste` behält  seine Früchte den ganzen Winter lang. Im Übrigen bieten diese Früchte auch Vögeln Nahrung in der kalten Jahreszeit. Ein tolles Schauspiel, wenn ein ganzer Schwarm Meisen in den Garten kommt und Früchte knabbert.

 

 

 

Pflanzen mit Blüten im Winter

Da sind natürlich als aller erstes die Christrosen (Helleborus niger) zu nennen und später dann die Lenzrosen (Helleborus x orientalis). In meinem Garten blühen bereits die ersten Christrosen. Zusammen mit immergrünen Gräsern wie Japansegge oder den Strauchveronika (Hebe) ergeben sie eine tolle Winterkombination.

Aber auch Sträucher haben im Winter ihre Blütezeit. Zum Beispiel die wunderbare Zaubernuss (Hamamelis). Von Februar bis März blüht sie in Gelb- oder Rottönen und duftet leicht. Sie sollte unbedingt als Einzelgehölz stehen, damit ihr schöner Wuchs zur Geltung kommt.

Der Winterschneeball (Viburnum bodnantense) gehört auch zu den faszinierenden Winterblühern. Seine Blüten sind hellrosa bis rosa,  gehen teilweise bereits im Dezember auf und verströmen einen tollen Duft.

Ich empfehle Ihnen immer, die Wintergehölze im Vorgarten zu platzieren. Denn dann haben Sie am meisten davon. Schließlich gehen Sie täglich daran vorbei. Und es gibt nichts schöneres, als den Tag mit einem Blick auf die exotische Blütenpracht im Winter zu beginnen.

 

 

Pflanzen mit auffälliger Rinde im Winter

Zu den Sträuchern mit toller Rinde im Winter gehört mit Sicherheit der Hartriegel ‚ Sibirica‘(Cornus alba). Er hat feuerrote Äste, die sich vor allem in größeren Gruppen sehr gut machen.

Eine dunkelrote Borke hat die Mahagoni Kirsche (Prunus serrula).

Und wer sich in Schneearmen Zeiten mehr Weiß in den Garten holen möchte, dem empfehle ich die Himalaya Birke (Beutula utilis). Sie hat einen leuchtend weißen Stamm und macht sich vor allem gut vor dunklen Hecken oder Wänden. Aber Achtung: Birken sind keine Bäume, die in der Nähe von Häusern oder Terrassen stehen sollten. Zum einen dehnen sich ihre Wurzeln sehr stark aus und können in Mauerwerk oder Leitungen Schäden anrichten. Zum anderen sorgen die Blüten im Frühjahr für eine wahre Klebeschicht auf Holz und Belägen. Also nicht unbedingt ein Baum der an der Terrasse stehen sollte. Aber ein Stück weg von Haus und Sitzplatz ist die Birke ein absolut pflegeleichter Baum.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meinen Tipps Lust auf den Winter im Garten machen! Also nicht winterfest machen, sondern Genießen :-)

Bis bald,

Ihre

Lilli Straub



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